Grunbach

Als Wikinger in „Vinland“

Vinland! So hatten vor über 1000 Jahren die seefahrenden Wikinger die Küste Amerikas genannt, als sie dort landeten. Und dies war auch das Ziel, das unsere Wölflinge – Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 10 Jahren – in ihrem Spiel erreichten, das auf dem Winterlager im Odenwald stattgefunden hat.

Nur unsere Zeichen konnte der Eingeborene verstehen.

Nur unsere Zeichen konnte der Eingeborene verstehen.

Dort gab es zunächst abenteuerliche Kundschaften und Spurenverfolgungen, bei denen die Kinder die erworbenen Naturkenntnisse erproben konnten. Bei Begegnungen mit rothäutigen Eingeborenen zeigten sich unsere Wikinger als geschickte Händler. Und schließlich konnten sie in einem großen Wettspiel aus zahlreichen Hölzern eine ganze Siedlung mit kleinen wikingischen Langhäusern aufbauen.

Danach ging es zum Richtfest: Neben weiteren Spielen durften sich hier die Kinder über die Halstücher und Abzeichen freuen, die sie sich aufgrund ihrer Leistungen im letzten halben Jahr verdient hatten.

Ausflug in die historische Stadt Nürnberg

Während der Sommerferien machten unsere Gruppenleiter einen Ausflug nach Nürnberg. Auf dem Programm standen das Germanische Nationalmuseum, das größte kulturhistorische Museum unseres Sprachraums, sowie die Besichtigung der malerischen Stadt selbst.

Spazieren durch die historische Altstadt

Spazieren durch die historische Altstadt

Im Nationalmuseum bestaunten die Pfadfinder die Kunstschätze, Alltagsgegenstände und alle nur erdenklichen „Zeugen“ vergangener Zeiten und fremder Kulturen. Diese brachten in ihrer Vielfalt die Geschichte näher und ließen die scheinbar so fernen Epochen in greifbare Nähe rücken.

Durch die umfangreiche Ausstellung fand jeder Bereiche, die er länger anschauen wollte. So standen manche vertieft vor den Vitrinen mit Ritterrüstungen und Schwertern, andere sahen sich die Kleider der verschiedenen Epochen an. Nicht selten hörte man vor den schönen alten Puppenstuben und kleinen Figurentheatern Ausrufe wie: „Ah, damit haben die Kinder früher gespielt!“ Wieder andere durchwanderten hölzerne Wohnstuben und Küchen, wie sie in früheren Land- und Gutshäusern zu finden waren.
„Hast du die alte Komode dort drüben gesehen, mit den wundervollen Intarsien und Holzschnitzereien? Wie kunstfertig die Menschen trotz der einfachen Mittel waren, die ihnen zur Verfügung standen.“ Die Zeit im Museum verging wie im Flug, und ein überraschter Blick auf die Uhr ließ die Pfadfinder schnell zu den restlichen Bereichen eilen.

Durch enge Gassen entlang alter Gemäuer

Durch enge Gassen entlang alter Gemäuer

Auch die Stadt Nürnberg war wundervoll anzuschauen: Die vielen Fachwerkhäuser, die der Stadt zu ihrem schönen Bild verhelfen, unter anderem das Dürerhaus, die verschiedenen Kirchen und Brunnen, die gepflasterten Marktplätze und Gassen und besonders die Stadtmauer, die noch zu großen Teilen erhalten ist mit dem vorgelagerten Graben. „Stell dir nur vor, wie schwierig es für Belagerer gewesen sein muss, diese Stadt zu nehmen!“ Krönender Abschluß nach dem Besuch der Altstadt war der Blick von der Burg über die Stadt mit ihren mittelalterlichen Bauwerken bis weit ins Frankenland.

Viel Interessantes hatten die Pfadfinder gesehen und berichteten den Daheimgebliebenen davon lebhaft. Bei ihnen ist das Mittelalter nun nicht mehr nur trockene Theorie, sondern lebt durch viele Eindrücke weiter.

Sommerzeltlager 2013 bei Freudenstadt – Backofenbau und Geländespiele

Bereits letzte Woche berichteten wir von den Aktivitäten unserer Jüngsten auf dem Sommerzeltlager, das der Pfadfinderbund Süd bei Freudenstadt durchgeführt hat.

Das Sommerlager von oben

Das Sommerlager von oben

Die 11- bis 16-Jährigen wiederum beschäftigten sich mit dem Bau ganzer Seilbrücken oder bauten Backöfen in den Erdboden, die sie dann zum Brot- und Kuchenbacken benutzen konnten. Hier lernten sie, sich mit einfachen Hilfsmitteln, wie Steinen, Lehm und Konservendosen zu behelfen, wobei die Erfahrungsschätze der einzelnen Gruppen etwas variierten. Manche, die zum ersten Mal ihren Backofen bauten, setzten das Loch zum Anfeuern direkt unter die Ofenklappe, so daß der Rauch in den Ofen hineinzog und der Kuchen einen leicht rauchigen Beigeschmack erhielt. Andere hatten diese Erfahrung schon im Vorjahr gemacht und daher ihr Feuerloch an die Seite verlegt, so daß kein Rauch in ihren Ofen ziehen konnte. So lernten die Jugendlichen im Alltag des Lagerlebens, mit bislang unbekannten Problemen fertig zu werden und dabei aus ihren Fehlern zu lernen. So lehrte es schon der Gründer der Pfadfinder, Baden Powell: „Learning by trial and error! – Lernen durch Probieren und Fehlermachen!“

Der Lehmmantel wird angebracht

Der Lehmmantel wird angebracht

Was ist denn hier los?

Was ist denn hier los?

...ah, hier wird gebacken!

…ah, hier wird gebacken!

Ein Höhepunkt des Lagers war das große Geländespiel. Hier war es Ziel von vier großen Mannschaften, möglichst viele Tannenzapfen aus dem im Wald gelegenen Depot in ihren eigenen Seilkreis zu transportieren. Das Spielgebiet erstreckte sich dabei auf die Fläche von zwei Hektar Wald, so daß es viele Möglichkeiten gab, sich zu verstecken und auf die unterschiedlichen Lager anzuschleichen. Man durfte nämlich auch bei den gegnerischen Mannschaften „klauen“ gehen. Mit Vorliebe verkrochen sich die Jungen und Mädchen in den Strächern und kleinen Bäumen, um möglichst ungesehen an das gegnerische Depot heranzukommen. Wem allerdings sein Tuch, das im Gürtel steckte, herausgezogen wurde, der mußte in sein Depot zurücklaufen, um sich wieder frei zu machen. Und so gab es manche freundschaftliche Rangelei, an deren Ende es auch einen eindeutigen Sieger gab. Freude an dem Spiel hatten aber alle gehabt.

Die Rouladen werden vorbereitet.

Die Rouladen werden vorbereitet.

Mmmmh - was für ein Festessen!

Mmmmh – was für ein Festessen!

Darüber hinaus gab es über das Lager verteilt einige Wettstreite, in denen sich die verschiedenen Gruppen auf unterschiedlichen Gebieten messen konnten. Die Gruppen der Mädchen und Jungen im Alter von 11 bis 16 nahmen am traditio¬nellen Sippenwaldlauf teil, bei dem an mehreren Stationen auf einer etwa 10 km langen Strecke Aufgaben wie der Bau eines Morseapparates oder die Versorgung von Unfallopfern gefragt waren. Sieger wurden die Sippen Kimbern und Teutonen vom Stamm Goten.
Auch einen Kochwettbewerb gab es auf dem Zeltlager. Dazu besorgte ein Mitglied jeder Gruppe die Einkäufe mit einer vorgegebenen Geldsumme pro Person. Aus diesen Einkäufen wurden mit den bescheidenen auf dem Zeltlager zur Verfügung stehenden Mitteln (Gaskocher, selbst gebaute Backöfen oder das offene Feuer) mehrgängige Menüs fabriziert. So gab es beispielsweise selbst fabrizierte Fleischbrühe mit verschiedenen Klößchen, gefüllte Schweineröllchen mit Gnocchi und Salat. Und auch beim Dessert blieb zum Beispiel bei einer Heidelbeercreme nichts zu wünschen übrig. Gewonnen hat diesen Wettbewerb die Langensteinbacher Sippe Vandale vom Stamm Cherusker.
Abgeschlossen wurde das Zeltlager durch einen Singewettstreit, bei dem jede Gruppe drei Lieder vortrug, die sie zuvor intensiv geprobt hatten. Hier gewann die Sippe Skiren aus Gräfenhausen, die Sippen Kimbern und Sweben aus Malsch und Ettlingen erreichte Platz 2 – ebenfalls vom Stamm Cherusker.

So ging das 17 Tage lange Lager viel zu schnell seinem Ende entgegen, und so wurde am letzten Abend mit einem besonderen Essen Abschied gefeiert. Bis spät in die Nacht klangen die Lieder an den vielen Lagerfeuern – ein letztes Mal noch für dieses Jahr. Und so hieß es für manche „Bis nächstes Jahr!“, für andere hingegen „Bis bald bei unserem nächsten Treffen!“

SingerundeSommerlager