Karlsbad

Wer hat als schnellstes die Zutaten für das Stockbrot?

„Gleich haben wir´s geschafft!“ – noch einmal kräftig in die Pedale getreten und schon war der Lagerplatz erreicht. Die Jungen und Mädchen der Sippe Vandalen aus Langensteinbach stiegen müde, aber stolz, diese Anstrengung gemeistert zu haben, von ihren Fahrrädern. Traditionsgemäß fuhr die Gruppe mit dem Rad zum Pfingstlager, die Älteren dabei wie immer mit ihrem gesamten Lagergepäck.

Bald darauf kamen die Gruppen aus den umliegenden Orten an. Nach einer Stärkung ging es an den Zeltaufbau und an das Ausheben der Feuerstellen. Jetzt hieß es nur noch Holz sammeln, damit alles für das Kochen über offenem Feuer und für eine  Singerunde am Abend vorbereitet war. Schnell war der erste Tag vergangen, und während die Regentropfen eines einsetzenden Wolkenbruchs auf das Zeltdach trommelten, schliefen die Jungen und Mädchen erschöpft und müde, aber voll Vorfreude auf den nächsten Tag, bald ein.

Ein großes Organisationsspiel bildete den Höhepunkt dieses Pfingstlagers. Hierbei traten verschiedene Gruppen gegeneinander an, um die Zutaten für das für den Abend geplante Stockbrot zu erwerben.

Dabei legten die Pfadfinder einen Druckverband an einer Platzwunde an, bestimmten die Kontinente auf einer Weltkarte und zeichneten eine Windrose. Auf der anderen Seite konnten die Jungen und Mädchen ihre Geschicklichkeit beim Bau einer Seilbahn unter Beweis stellen. Mit dieser  mußten zehn Tannenzapfen über eine bestimmte Strecke transportiert werden, wobei für die Seilverbindung jeweils nur zwei Meter lange Seile verwendet werden durften. Es bestand also die Gefahr, dass der Zapfen auf den Boden fiel, wenn die Pfadfinder nicht auf die Verbindungsstellen der Seile achteten. Hatte man eine Aufgabe richtig gelöst, so bekam man auf der Karte einen Punkt eingezeichnet, an dem ein Gutschein für Mehl, Speck, Käse oder eine andere Stockbrot-Zutat lag. „Ja, ich weiß, wo die Stelle ist!“, rief ein Pfadfinder. Schnell rannten drei Pfadfinder der Gruppe los, um diesen Gutschein zu suchen. Dabei waren sie so unauffällig wie möglich, um den gegnerischen Gruppen das Versteck nicht zu verraten. Nach erfolgreichem Wettkampf saßen alle Pfadfinder ums Lagerfeuer, verzehrten ihr leckeres Stockbrot und unterhielten sich munter über die gelösten Aufgaben.

Der schöne Abend klang mit einer Singerunde aus, und am nächsten Tag hieß es dann nur noch Zelte abbauen und wieder nach Hause fahren. So verging das Pfingstlager wieder viel zu schnell, doch das gemeinsame Sommerlager steht ja schon vor der Tür.

 

Bundessingwettstreit

Zum Singewettstreit trafen am 24. Juni Stammes- und Burgchöre des ganzen Pfadfinderbundes Süd in Karlsbad zusammen. Alle Sänger hatten schon seit Wochen intensiv geprobt und warteten nun gespannt auf ihren Auftritt.

Zunächst waren erst einmal die Meuten an der Reihe, die sich in Vorausscheidungen innerhalb ihres Stammes qualifiziert hatten. Aufgeregt traten die Kinder auf die Bühne und trugen in ansprechender Weise ihre Lieder vor: Die Zuschauer hörten zahlreiche Kinderlieder und alte Volkslieder Kinderlieder und alte Volkslieder wie zum Beispiel “Alle Vögel sind schon da” oder “Gestern abend ging ich aus”. Großer Applaus belohnte die Darbietungen dieser jungen Sänger.

Danach kamen die ebenfalls vorher ermittelten besten Sippen der 11- bis 15-jährigen Pfadfinder an die Reihe und trugen jeweils 3 Lieder vor, die überwiegend aus der für Pfadfinder typischen Gattung der Fahrtenlieder stammten. Etwas anderes probierten hier die Sänger der Sippe Gepard aus, die den Shanty „What shall we do with the drunken sailor“ gekonnt vortrugen. Teilweise sangen die Sippen zwei- oder sogar dreistimmig und hatten ihre Lieder hervorragend ausgestaltet.

Endlich, nach längerer Mittagspause, kam es dann zum mit Spannung erwarteten Auftritt der Chöre. Ob Seeräuberlieder, Volkslieder, russische Folklore oder Fahrtenlieder – hier war alles vertreten. Und mit Schifferklavier (Akkordeon), Cello, Mandoline oder dem üblichen Pfadfinderinstrument Gitarre stimmte auch die Begleitung dazu. Die besten vier Chöre trugen ihre Beiträge so gekonnt vor, dass die Schiedsrichter allesamt ins Grübeln kamen, wer davon nun eine Nuance besser war als der Kontrahent.

Schließlich siegte die Burg “Roter Milan” des Stammes Wapiti. Die Chöre von “Dietrich von Bern und Hagen von Tronje” des Stammes Cherusker ersangen sich einen hervorragenden zweiten Platz, die Burg “Fridthjof von Framnes” erreichte den dritten Platz. Auf dem vierten Platz landete der Chor des Stammes Wildenburg.

Bei der gemeinsamen Wertung der Meuten und Sippen siegte die Sippe Vandalen vor der Sippe Jaguar, die Sippe Skiren / Helvekonen kamen auf den dritten Platz. Beste Meute wurde die Meute Silberlöwe des Stammes Cherusker.

Der Karlsbader Bürgermeister Rudi Knodel betonte in seiner Begrüßung die positiven Wirkungen des Gesangs auf die Psyche der Sänger und lobte das Engagement der Pfadfinder in diesem Gebiet. Stolz nahmen die Sieger ihre Urkunden von Bürgermeister Knodel in Empfang.

 

Pfingsthaik an den Blautopf in Blaubeuren

Haik in Blaubeuren

Haik in Blaubeuren

Über die Pfingstfeiertage machten sich 20 der älteren Pfadfinder der Sippe Skiren aus Straubenhardt, der Sippe Vandalen aus Karlsbad und der Sippe Markomannen aus Bad-Herrenalb des Pfadfinderbund Süd auf zum Haik rund um den Blautopf in Blaubeuren.

Am Samstag Morgen ging es in aller Frühe los, sodaß die Gruppe kurz vor 8:00 Uhr in Blaubeuren eintraf. Sogleich wurde das Gepäck aufgenommen und nach einem kurzen Fußmarsch erreichte die Gruppe den Blautopf; für die Meisten war dies das erste Mal den Blautopf direkt zu sehen – bisher kannten sie ihn nur aus den Schulbüchern und von Fotos. Nachdem der Blautopf ausgiebig bestaunt worden war, umrundete die Gruppe den kleinen See und frühstückte direkt am Ufer des Blautopf.

Danach ging es endlich richtig los: ein steiler Aufstieg führte aus Blaubeuren heraus, und wenn der Wald sich hin und wieder lichtete, konnten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder die Aussicht auf das unter ihnen immer kleiner werdende Blaubeuren genießen. Erstes Ziel danach war die kleine Ortschaft Seißen: Hier erkundigten sich die Pfadfinder in einer kleinen Edelbrennerei nach einem Dorfbrunnen, an dem sie Wasser bekommen könnten. Der nette Herr aber lud die Pfadfinder sofort dazu ein, ihre Wasservorräte aus seinem Wasserhahn zu füllen. Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder waren natürlich sehr begeistert von dieser Hilfsbereitschaft. Aber auch das bildschöne Dörfchen an sich, die hübsche Kirche und der wunderschöne Dorfteich in Seißen fasziniert die Pfadfinder und so fiel der Aufenthalt in Seißen etwas länger als geplant aus.

Der Blautopf

Der Blautopf

Das nächste Ziel an diesem Tag war die Ruine der Günzelburg, von der man eine herrliche Aussicht hatte. Am frühen Nachmittag erreichte die Gruppe dann das letzte Ziel für den Tag: die Sontheimer Höhle. Hier erfuhren die Pfadfinder bei einer Höhlenführung allerlei über die Geschichte der Höhle, die berühmten Funde in der Höhle (neben einem fast 3000 Jahre alten männlichen Skelett wurden 14 Skelette in einer keltischen Grabstätte innerhalb der Höhle gefunden), die Geologie und die Entstehung der Schwäbischen Alb an sich. Auch über die Tierwelt in der Höhle erfuhren die Pfadfinder einiges: derzeit leben über 430 Fledermäuse in der Höhle; die seltene Mopsfledermaus -so erfuhr die Gruppe- ist in der Sontheimer Höhle jedoch leider ausgestorben.

Am nächsten Tag hatte die Gruppe sehr viel Glück: die vordere Kohlhalden-Höhle wird nur einmal im Jahr geöffnet und ausgerechnet an diesem Tag war es soweit: so konnten die Pfadfinder die schönste Tropfsteinhöhle des Haiks besuchen. Der weitere Weg führte die Pfadfinder durch eine malerisch schöne Landschaft; rechts und links vom Wege luden immer wieder kleine Höhlen ein die entdeckt und untersucht werden wollten. Gegen Abend mußte die Gruppe dann erneut eine Möglichkeit suchen um Wasser zu erhalten. Nachdem die kleine Gruppe zunächst einer riesigen Kuhherde begegnete, fragten einige Pfadfinder in dem Bauernhof nach und erhielten sofort Hilfe in Form von frischem Wasser.

Die Gruppe beim Aufstieg aus der Sontheimer Höhle

Die Gruppe beim Aufstieg aus der Sontheimer Höhle

Am letzten Tag des Haiks kamen die Pfadfinder an einer weiteren, sehr großen Höhle vorbei. Gut, daß alle ihre Taschenlampen dabei hatten, denn die Höhle war nicht nur riesengroß, sondern auch nahezu stockdunkel. Mit den Taschenlampen konnte aber auch der kleinste Winkel der Höhle untersucht und erkundet werden. Das vorletzte Ziel der Gruppe an diesem Tag war der “Bischoff” – eine weitere Höhle, die eines der Mädchen auf der Karte entdeckt hatte. Als die Gruppe nach einem steilen Aufstieg die Höhle erreicht, war die Enttäuschung leider groß: die Höhle (eigentlich eher Felsüberhang) war als Mülldeponie mißbraucht worden und war mit einem dichten Drahtgitter sowie mit Stacheldraht gesichert, sodaß eine Erkundung nicht möglich war. So machte sich die Gruppe auf den Rückweg und wollte noch zum “Felslabyrinth”, einem weitereren Punkt, der auf der Karte entdeckt worden war: auch hier hielt sich die Begeisterung sehr in Grenzen – nach einem noch steileren Aufstieg erreichte die Gruppe eine wunderschöne Felsformation, von einem Labyrinth war jedoch nichts zu entdecken. So beschloß die Gruppe, vor der Heimfahrt noch einmal den Blautopf zu besuchen, bevor es dann wieder nach Hause ging.

Der Blautopf

Der Blautopf

Die Jungen und Mädchen der Gruppe waren sich am Ende jedoch einig: hier wollen sie auch im nächsten Jahr weiter auf Erkundungtour gehen, und so ist auch schon der Haik fürs nächste Jahr “so gut wie geplant”.

Die Mühle am Blautopf

Die Mühle am Blautopf

Die Gruppe überhalb des Blautopfs

Die Gruppe überhalb des Blautopfs

Frühstück am Ufer des Blautopf

Frühstück am Ufer des Blautopf

Die Kirche in Blaubeuren

Die Kirche in Blaubeuren

Aufstieg zur Ruine Günzelburg

Aufstieg zur Ruine Günzelburg

Ausblick von der Ruine Günzelburg

Ausblick von der Ruine Günzelburg

Kirchturm in Seißen

Kirchturm in Seißen

Der Dorfteich in Seißen

Der Dorfteich in Seißen

In der Sontheimer Höhle

In der Sontheimer Höhle

Sontheimer Höhle

Sontheimer Höhle

Abstieg bis in die hinterste Kammer der Sontheimer Höhle

Abstieg bis in die hinterste Kammer der Sontheimer Höhle

Vordere Kohlhaldenhöhle

Vordere Kohlhaldenhöhle

Tropfsteine in der Vorderen Kohlhalden-Höhle

Tropfsteine in der Vorderen Kohlhalden-Höhle

Tropfsteine in der Vorderen Kohlhalden-Höhle

Tropfsteine in der Vorderen Kohlhalden-Höhle

Pfadfinder beobachten die Kuhherde

Pfadfinder beobachten die Kuhherde

Die große Kuhherde auf dem Weg zum Melken

Die große Kuhherde auf dem Weg zum Melken

Eine Höhle am Wegesrand wird erkundet

Eine Höhle am Wegesrand wird erkundet

Eine weitere Höhle wird erkundet

Eine weitere Höhle wird erkundet

In der Höhle

In der Höhle

Ohne Taschenlampen wäre es zu dunkel gewesen

Ohne Taschenlampen wäre es zu dunkel gewesen

Die wunderschöne Landschaft der Schwäbischen Alb

Die wunderschöne Landschaft der Schwäbischen Alb