Monthly Archives: June 2013

Pfadfinder besuchen Speyer und Sinsheim

In den Ferien trafen sich viele unserer älteren Pfadfinder, um zwei Tagesausflüge nach Speyer und Sinsheim zu unternehmen.

Der Dom zu Speyer

Am Freitagvormittag führte die erste Tour zum Speyerer Dom, welcher schon von außen durch seine Größe imponierte. Am Eingangsportal, das in Bildern einige wichtige Szenen der gesamten Bibel-Geschichte zeigt, überlegten die Pfadfinder, welche Geschichte das jeweilige Bildnis wohl darstellte. „Oh, fast alle haben wir gewußt!“, stellten zwei von ihnen befriedigt fest.
Im Innern waren die Pfadfinderinnen und Pfadfinder sehr beeindruckt von der unglaublichen Höhe dieses Baus, die aufgrund der Schlichtheit der Innenausstattung besonders wirkte.

Im Dom zu Speyer

Im Dom zu Speyer

Beim anschließenden Besuch des „Historischen Museums der Pfalz Speyer“ erfuhren sie neben der Geschichte des Doms einiges über den Werdegang der Pfalz. Weitere Ausstellungen befaßten sich mit dem Kelter- und Küferhandwerk oder auch der Steinzeit. So war für jeden Pfadfinder etwas dabei.

Ausflug nach Speyer

Fußweg zum Museum

Besuch des Technikmuseum Sinsheim

Nach diesem vor allem kulturell geprägten Ausflug ging es dann am Samstag in das Technikmuseum in Sinsheim. Hier sind in zwei großen Hallen unzählige Fahrzeuge aus der Geschichte der Militär- und Automobiltechnik ausgestellt. Vom ersten Auto aus dem Hause Carl Benz bis hin zu neuen Raketenautos und Ferraris war alles geboten.
Vor allem die Flugzeuge, die über die Hallendächer zu betreten waren, machten großen Eindruck auf die Pfadfinder – insbesondere die beiden Überschallflugzeuge „Tupolev“ und „Concorde“. „Mensch, das ist aber eng hier!“ – „Aber dafür kamen diese Vögel auch auf doppelte Schallgeschwindigkeit!“

Natürlich durfte der Besuch des IMAX-Kinos nicht fehlen, der für einige der erste Film in einem 3D-Kino und daher ein besonderes Erlebnis war.

“Herzens Sache Natur” – Pfadfinder beim “Farnschlägeln” im Reichenbachtal

Farn4.bDie Meute Igel aus Bad Wildbad und die Sippe Adler aus Schömberg trafen sich am Mittwoch im strömenden Regen zum Farnschlägeln im Reichenbachtal bei Gaggenau. Veranstaltet wurde diese Aktion von der Verwaltung des Naturparks Nordschwarzwald, die zum guten Gelingen ehrenamtliche Helfer aus der Region gesucht hatte. Diesem Ruf waren die Pfadfinder gerne gefolgt, und die Verantwortlichen des Naturparks freuten sich, daß damit die Aktion trotz des schlechten Wetters stattfinden konnte.

Frau Dürr zeigt auf der Karte, wo der Farn sich schon ausgebreitet hat.

Frau Dürr zeigt auf der Karte, wo der Farn sich schon ausgebreitet hat.

Keiner der freiwilligen Helfer wußte bis zu diesem Zeitpunkt, was Farnschlägeln eigentlich bedeutet, und gespannt warteten die Teilnehmer auf die Einführung durch die Veranstalter der Aktion. Frau Riedling vom Info Zentrum Kaltenbronn ging zu einem großen Farnfeld und zeigte den Pfadfindern, was Schlägeln heißt: Mit einem Haselstecken schlägt man den Pflanzen möglichst weit unten gegen den Stiel, so daß sie umknicken, aber nicht ganz abreißen. Dies ist nötig, um den Farn zu schwächen, damit er im nächsten Jahr nicht so stark austreibt. Es war gar nicht so leicht, den Farn nicht ganz abzuschlagen. Nach und nach bekam man es ins Gefühl, nicht zu stark und nicht zu schwach zuzuschlagen. “Der Farn ist ja größer als ich!”, hörte man es mitten im Farnfeld, und kurze Zeit später sah man, wie sich die Jüngsten einen Weg durch die Pflanzen bahnten. Trotz strömenden Regens gingen alle munter ans Werk. Es wurde viel gelacht und gesungen.

Die Meute Igel beim Farn schlägeln

“Da hüpft was!” – ein Frosch war aufgescheucht worden.

Der Farn wuchs an den unmöglichsten Stellen. Ein Ruf ertönte: “Jetzt weiß ich, wofür die Stöcke noch gut sind.”, denn manchmal ging es sehr steil den Berg hinauf, und man mußte sich gegenseitig helfen und die Stöcke benutzen, um überhaupt hoch zu kommen.

Der Farn hatte das ganze Wiesental schon fest im Griff.  Als die Farnaktion beendet war, konnte man wieder die schönen Glockenblumen, Margeriten und Kleepflanzen sehen. Frau Riedling erklärte den Kindern, daß die Menschen früher von ihren kleinen Grundstücken gelebt haben. Auf jeder Wiese stand eine kleine Feldscheune, in der das Heu gelagert wurde. Die Menschen haben sich dann nach und nach nicht mehr um ihr Wiesenstück kümmern können, und so begann die Natur, die Wiesengrundstücke wieder zurückzuerobern. Der erste Schritt dazu ist das Wachsen des Adlerfarns, als nächstes kommen dann Büsche und Bäume. An einer Stelle stand eine solche Scheune schon mitten in einem jungen Wäldchen. Damit nicht das ganze Wiesental mit seiner besonderen Artenvielfalt überwuchert wird, muß der Farn regelmäßig geschlägelt und damit seine Ausbreitung verhindert werden.

Bei strömendem Regen schlägelten die Pfadfinder den Adlerfarn

Das Feld ist fertig geschlägelt.

Das Feld ist fertig geschlägelt.

Ein kurzes Spiel, um sich wieder aufzuwärmen.

Ein kurzes Spiel, um sich wieder aufzuwärmen.

Nach einer kleinen Stärkung begann dann der zweite Teil der Naturschutz-Aktion: Die Veranstalter erzählten, daß hier im Murgtal 12 verschiedene Fledermausarten leben. Um das Angebot von Schlafplätzen für diese bedrohten Tiere zu erhöhen, bestand die weitere Aufgabe darin, fünf Fledermauskästen am Waldrand aufzuhängen. Nachdem kurz erläutert wurde, worauf es dabei ankommt, durften die Kinder die Bäume selbst aussuchen.

Völlig durchnäßt fuhren dann alle zum Informationszentrum des Naturparkes auf den Kaltenbronn. In einer kleinen Hütte, in der ein Holzofen für eine behagliche Wärme sorgte, konnten sich alle beim Mittagessen wieder aufwärmen.

 

Die Feldermauskästen müssen zwischen Osten und Süden aufgehängt sein.

Die Feldermauskästen müssen zwischen Osten und Süden aufgehängt sein.

Farn8.b

Der Kasten wird aufgehängt

Es sollten möglichst keine Äste in der Flugbahn sein.

Es sollten möglichst keine Äste in der Flugbahn sein.

Frau Dürr erklärt, wie die Fledermäuse in den Kästen leben.

Frau Dürr erklärt, wie die Fledermäuse in den Kästen leben.

Besuch im Info Zentrum Kaltenbronn

Nach dem Essen waren die Pfadfinder und Wölflinge dann eingeladen, das Informationszentrum des Naturparks Nordschwarzwald zu besichtigen und alles über die Natur aus unserer Region zu sehen. Auf einer Karte von Baden-Württemberg waren Moore, Seen, Naturparks und sonstige Besonderheiten eingezeichnet. Gespannt schauten alle auf die Karte, als einer seinen Heimatort entdeckte: “Ich sehe Bad Wildbad!”

Zum Schluß waren sich alle einig: Das war ein interessanter und spannender Tag mit vielen neuen Eindrücken. Auf der Heimfahrt wurden die Informationsmappen zu Tieren und Pflanzen begutachtet, die die Pfadfinder bei der Naturschutz-Aktion von den Veranstaltern geschenkt bekommen hatten.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für die tolle Betreuung an Frau Dürr und Frau Flesch vom Informationszentrum des Naturparks Nordschwarzwald!

Farn15.b
 
Presse-Berichte zur Aktion:
SWR4 (ab Minute 3:30)
Boulevard Baden
Schwarzwälder Bote
Badisches Tagblatt

 

 
 
 
 

Impressionen

Im nächsten Raum konnte man selbst ausprobieren,  wieviel Wasser ein trockenes Moos speichern kann.

Im nächsten Raum konnte man selbst ausprobieren, wieviel Wasser ein trockenes Moos speichern kann.

"Welches Tier ist ein Hermelin? Oh schaut mal, wie klein ein Siebenschläfer ist!"

“Welches Tier ist ein Hermelin? Oh schaut mal, wie klein ein Siebenschläfer ist!”

„In unseren Wäldern gibt es aber viele Greifvögel.“

„In unseren Wäldern gibt es aber viele Greifvögel.“

"Da liegt ein großer Baumstamm. Oh schaut mal, die Käfer leben alle darin."

“Da liegt ein großer Baumstamm. Oh schaut mal, die Käfer leben alle darin.”

 

Nachtgeländespiel der Junioren

Die älteren Pfadfinderinnen und Pfadfinder der Pfadfinderstämme Wildenburg und Goten trafen sich am Freitag Abend zum Nachtgeländespiel im Heim des Stammes Wildenburg in Walldürn. Nach einem warmen Abendessen ging es dann los.

Die Idee: Zwei Völker im Weltraum, die “Alphas” und die “Betas” tragen einen friedlichen Wettbewerb aus. Es geht darum, möglichst viel Leuchtfeuer vom eigenen Planeten zum Planeten der anderen zu transportieren – möglichst, ohne vom Gegner erkannt zu werden. Zunächst musste jedes Raumschiff “auftanken”, das heißt, der Pfadfinder bekam eine Eieruhr, die langsam tickte… Klingelte die Eieruhr, war der “Treibstoff” verbraucht und das Raumschiff musste zurück zur Tankstelle. Mit aufgetankem Raumschiff konnte dann der Transport der Leuchtfeuer (Leuchtstäbe in Dosen) beginnen. Zunächst musste ein “Meteoritengürtel” (ein kleines Wäldchen) durchquert werden – in der Dunkelheit kein einfaches Unterfangen! Dann galt es, den gegnerischen “Planeten” zu finden und – das wichtigste überhaupt – ungesehen dorthin zu gelangen. Denn wer von einem Verteidiger erwischt und abgedatscht wurde, der musste zurück zur Tankstelle…

Hier sieht man das Spielgebiet von oben. Das kleine Waldstück ist der "Meteoridengürtel"

Hier sieht man das Spielgebiet von oben. Das kleine Waldstück ist der “Meteoridengürtel”

Endlich ging es los – ein Licht am Waldrand verkündete, dass die Weltraumtankstelle geöffnet hatte. Schnell kamen die ersten “Raumschiffe” zum Auftanken, die ersten Leuchtfeuertransporter machten sich auf den Weg durch das “Meteoritenfeld”. Während die einen versuchten, durch besonders geräuschvolles Auftreten die Aufmerksamkeit der gegnerischen Abwehr auf sich zu lenken (das hat immer funktioniert…), schlichen sich andere auf  Umwegen an das gegnerische Lager (das hat nicht immer geklappt…).

Angriffs- und Verteidigungswege der beiden Mannschaften.

Angriffs- und Verteidigungswege der beiden Mannschaften.

“Achtung, da kommt jemand!” – ein Verteidiger hatte einen Schatten auf der Wiese entdeckt – schnell kam ein ein anderer Verteidiger hinzu – “Oh nein!” – er wurde durch eine klingelnde Eieruhr auf seinen leeren Treibstofftank hingewiesen – er musste zurück zur Tankstelle – somit schaffte es der Gegner doch noch ungefährdet, sein Leuchtfeuer abzustellen…

So zeichnete einer der Pfadfinder das Erlebte Spiel.

So zeichnete einer der Pfadfinder das Erlebte Spiel.

Allerdings passierte es auch mehr als einmal, dass ein erfolgversprechender Leuchtfeuertransport kurz vor dem gegnerischen Planeten durch eine klingelnde Eieruhr abgebrochen wurde… So wogte das Spiel hin und her. Nach mehr als einer Stunde Spielzeit war das Ergebnis dann eindeutig: Die “Alphas” hatten nur noch 18 Leuchtfeuer auf ihrem Heimatplanet, die “Betas” 32. Damit hatten es die “Alphas” geschafft, mehr Leuchtfeuer zu den Gegnern zu bringen, sie hatten gewonnen.

Die Leuchtfeuer waren im Dunkeln weit zu sehen.

Die Leuchtfeuer waren im Dunkeln weit zu sehen.

Nach Spielende gab es natürlich viel zu erzählen – jeder hatte seine Erlebnisse und tauschte sich mit den anderen aus. Bei Keksen und Saft war so manche lustige Begebenheit vom Spiel zu berichten. Über die beste Strategie – laute Ablenkung oder leises Anschleichen ließ sich trefflich diskutieren. Anschließend ging es dann müde in die Schlafsäcke. Und beim nächsten Geländespiel regnet es hoffentlich nicht so viel wie an diesem Abend…