Geschichte des Pfadfinderbundes Süd

Singerunde am Lagerfeuer

Singerunde am Lagerfeuer

Ursprünglich war der heutige Pfadfinderbund Süd die seinerzeitige Landesmark Nordbaden des 1948 gegründeten interkonfessionellen “Bundes Deutscher Pfadfinder”.

Im Gefolge der sogenannten 68er Studentenrevolte brachen im “Bund Deutscher Pfadfinder” (BDP) heftige Richtungskämpfe aus zwischen den Vertretern traditioneller Pfadfinderarbeit und den Verfechtern der Umwandlung in einen linkssozialistischen bis kommunistischen Jugendverband.

Im Verlauf dieser Auseinandersetzungen von 1968 bis 1970 konnten sich die Vertreter traditioneller Pfadfinderarbeit nicht durchsetzen; so zerfiel der BDP bis auf einen kleinen Restbestand von linken Anhängern durch Auflösung und Austritte vieler Gruppen und Untergliederungen.

Auch die Landesmark Nordbaden trat 1970 fast vollzählig aus dem BDP aus und bildete mit Verabschiedung einer eigenen Satzung den Pfadfinderbund Süd.
Der Pfadfinderbund Süd war bereits seit seinem Austritt aus dem BDP maßgeblich beteiligt am Aufbau eines neuen Dachverbandes verschiedener regionaler und überregionaler Pfadfinderbünde, dem “Deutschen Pfadfinderverband” (DPV), der noch im Laufe des Jahres 1970 gegründet wurde.

Ende der siebziger Jahre entstanden zwischen dem Pfadfinderbund Süd und anderen maßgeblichen Kräften im DPV Diskrepanzen um die Grundlagen und den Kurs des Verbands. Um nutzlose Streitereien und Reibereien innerhalb des Dachverbandes zu vermeiden, trat der PBS 1980 aus dem DPV aus und arbeitet seither selbständig gemäß seiner Auffassung über moderne Pfadfinderarbeit, nämlich der strikten Einhaltung der pfadfinderischen Grundwerte in zeitgemäßen modernen Formen.

In den folgenden Jahren wuchs der Pfadfinderbund Süd (PBS) sowohl durch stetige Vergrößerung der bestehenden Gruppen als auch durch Eintritte weiterer Gruppierungen; allerdings führte der Kurs einer konsequenten Einhaltung der pfadfinderischen Grundwerte in modernen Formen (z.B. Koedukation, parteipolitische Neutralität) auch zu Auseinandersetzungen mit Vertretern von mehr dem Zeitgeist verhafteten Auffassungen. Dies führte dazu, daß ein Teil der eingetretenen Gruppen sowie einige weitere gegen Ende der achtziger Jahre den Pfadfinderbund Süd verließen. Das weitere Anwachsen des PBS wurde dadurch nicht unterbrochen.

Mißgunst und Neid von Ausgetretenen und erfolglosen Konkurrenzgruppierungen führten in einer massiven Verleumdungsaktion schließlich im Jahre 1995 zu einer beispiellosen Hetzkampagne gegen den Pfadfinderbund Süd, in welche bedauerlicherweise auch Behörden verwickelt waren.

Im Endergebnis stellten sich sämtliche Verleumdungsbehauptungen als unwahr heraus. Nach Einstellung aller Verfolgungsmaßnahmen stellte die oberste Behörde unter Mitteilung an alle hierfür zuständigen Ämter und zu Händen des PBS die Bestätigung aus, daß die Behörden die Wertungen eines unteren Beamten nicht teilten und hierzu auch nicht stehen würden.

Dies hindert selbstverständlich nicht, daß die Verleumdungen jener Zeit von unterschiedlich daran interessierten Personen und Kreisen bis heute wiederholt und verbreitet werden. Der PBS hat gelernt, diese Leute zu verachten und nicht mehr auf ihr schmutziges Spiel einzugehen.

Die genannte Kampagne hat dem PBS geschadet und das Wachstum vorübergehend unterbrochen; sie hat aber auch neue Perspektiven, vielfältige Kontakte und interessante neue Themenfelder erschlossen. Die Grundlagen haben sich nicht geändert, aber der PBS ist seither nicht nur zahlenmäßig, sondern auch an dieser Erfahrung gewachsen.