Schnupper-Gruppenstunde
vor Ort

Cherusker

Auf den Spuren von Harald Blauzahn und Leif Eriksson

Unsere Wölflinge spielen zur Zeit das Leben der Wikinger nach. In ihrer Phantasie befinden sich die Kinder im kalten Skandinavien rund tausend Jahre vor unserer Zeit und lernen das damalige Leben kennen. Handwerk, Viehzucht und Ackerbau erfahren die Kinder spielerisch. Die Phantasie ermöglicht dabei einen Besuch beim Gerber, bei dem man die frisch abgezogenen Ziegenfelle verarbeiten lassen kann, genauso wie beim Schmied, den die Kinder in Bildern, Geschichten, Gedichten und Spielen bei seiner Arbeit kennenlernen.

Auf dem Herbstlager, einem gemeinsam verbrachten Wochenende im Grunbacher Pfadfinderheim, durften unsere jungen Wikinger nun den Markt von Haithabu aufsuchen. Für den im Ostseeraum früher tatsächlich gefundenen Bernstein – bei uns in Form kleiner Kunststoffperlen – konnten sie manches erhandeln, was die weit her gereisten Händler dabei hatten. Natürlich brauchen Wikinger auch Waffen und Schiffe, und so konnten sich die einen auf dem Lager ihre Streitäxte oder Schwerter basteln, während die anderen mit der Laubsäge und Leim ganze Modellschiffe erbauten.

Die kommenden Wochen werden uns nach Wikingerart spielerisch nun eher aufs Meer hinausführen. Segel setzen mit den neu gelernten Knoten, auf gedachten Rahen herumklettern und vieles mehr kann man schließlich auch auf dem Spielplatz oder im Wald. Da werden Fahrten an die westeuropäischen Küsten sicher ebenso dazugehören wie die weiten Reisen durch Sturm und Nebel nach Westen.

Wanderung auf historischem Grenzweg

Zum Abschluß des Fahrtenjahres trafen sich die drei Pfadfindergruppen Alemannen, Bataver und Normannen, um in den späten Herbsttagen den Historischen Grenzweg zwischen Baden und Württemberg zu erwandern.

Die Wegstrecke von Moosbronn bis nach Michelbach führt an vielen geschichtsträchtigen Orten vorbei; gleich das erste Ziel, der Moosbronner Lindenbrunnen, ist uralter Gerichtsplatz aus germanischer Zeit und Zeuge einer Marienerscheinung. In Moosbronn selbst kann man dann die heute willkürlich erscheinende, aber historisch entstandene Grenze quer durch den Ort nachvollziehen, die erst 1972 aufgehoben wurde.

Die freundliche Mesmerin versorgt uns in der Wallfahrtskirche „Maria Hilf“ noch mit Marienbildchen und Süßigkeiten, bevor wir dem sanft ansteigenden Grenzweg weiter folgen bis zum Mönchskopf. Der Weg läuft dann angenehm auf einer Höhenlinie entlang, bis in einer Senke die Wasenhütte an eine alte Zollstation erinnert. Und wo es Zollstationen gibt, da gibt es auch Schmuggler; und die im Murgtal gängige Redensart „Der läuft wie ein Salzmann“ hat von den hiesigen Salzschmugglern seinen Ursprung, die bei drohendem Unwetter ihr Salz noch schnellen Schrittes in Sicherheit bringen wollten…

Aussicht vom Mönchskopf

Die letzte Anstrengung: Der Weg wird enger, steiler und steiniger – stolz ragt der Sandsteinfels mit seinem Gipfelkreuz uns entgegen. Alle Kräfte sind wieder da, auch die Kleinen laufen zügig auf ihn zu und erklettern ihn, um oben die gewaltige Aussicht in das Murgtal bis in die Vogesen zu genießen. Nur Bären, von denen der Bernsteinfelsen seinen Namen hat, sieht man nicht – der letzte wurde 1740 im Murgtal erlegt.

Der Weg führt uns nun auf unserer Etappe zum Mauzenberg, auf dem etwas abseits des Weges der Mauzenstein liegt. Wir haben das letzte Ziel für heute erreicht; wir verlassen den Grenzweg und steigen durch das raschelnde Herbstlaub das „Bernbacher Steigle“ ins württembergische Bernbach ab, dass uns nach knapp fünf Stunden Wanderung im strahlenden Sonnenschein bald begrüßt.

Wer hat die Dokumente des Professors gestohlen?

Rätsel, Zeugen und viele Hinweise – die Sippen Vandale, Normanne und Alemanne versuchten auf ihrem Herbstlager, den Täter zu entlarven. Das Detektivspiel führte die Mädchen und Jungen durch den ganzen Ort: Wem gehört die Eintrittskarte? Wo ist der Mann mit dem schwarzen Mantel? Welche Detektivmannschaft hat zuerst alle Zeugenhinweise gesammelt? Was hat es mit dem Notizbuch auf sich?
Fragen über Fragen und es war ganz schön kniffelig. Am Ende entlarvten die Detektive den Dieb gemeinsam und erhielten zur Belohnung Gummibärchen.