Fahrt & Haik

Ostern bei den Greifvögeln

Ein sehr junger Weißkopfseeadler

Ein sehr junger Weißkopfseeadler

Am Ostermontag hatten sich einige unserer älteren Pfadfinder die Burg Guttenberg nördlich von Heilbronn, auf der Deutschlands größte Greifwarte beheimatet ist, als Ausflugsziel ausgesucht. Natürlich wollten sie sich die große Flugschau ansehen, und das Wetter meinte es gut mit ihnen: Es war sonnig und sehr windig. – „Windig? Aber dann wird es doch noch kälter!?“ – Ja, aber die großen Vögel brauchen den Wind, um genügend Auftrieb zu bekommen. Nun jedoch erstmal der Reihe nach.

Schon der Weg ins Burginnere führte an einigen der riesenhaften Vögel vorbei. „Steinadler“ oder „Gänsegeier“ war auf den Schildern zu lesen, und vor diesen Krallen und Schnäbeln konnte man schon Respekt haben. Auf einem kleinen Areal war eine Tribüne für die Zuschauer aufgebaut, die auch unbedingt sitzen bleiben mußten, sonst hätte das einer der Vögel als Angriff werten können. Und dann kamen die vier „Falkner“ – also quasi die Dompteure der Greifvögel – jeder mit einem großen Uhu auf dem Arm.

Uuuih, schnell ducken!

Uuuih, schnell ducken!

Einer der Falkner erklärte sehr kurzweilig viel über die Eigenarten von Greifvögeln, z. B. daß Eulen gar nicht zur Gattung der Greifvögel gezählt werden oder daß man Raubvögel nicht dressieren könne. „In 3000 Jahren Falknerei ist das noch nie gelungen – die Vögel kommen nur zurück, weil es ihnen hier besser geht als in der Wildnis.“

Währenddessen flogen einem die Uhus direkt über den Kopf hinweg und man hörte – nichts! Diese Nachtjäger fliegen absolut lautlos. Ganz im Gegensatz zu den großen Adlern und Geiern, die anschließend über den Köpfen der Zuschauer kreisten. Und wenn in 50 Metern Höhe ein Gänsegeier, Europas größte Geierart mit fast 3,5 Metern Spannweite, über einem fliegt, wird es einem schon mulmig im Bauch. Dabei erklärte der Falkner, daß die Geier nur bei richtig starkem Wind und prinzipiell nur sehr ungern flögen. Man könne 20mal hierherkommen, ohne die Geier fliegen zu sehen. – Der Wind war also doch gut!

Der Falkner trägt seinen Adler in die "Manege"

Der Falkner trägt seinen Adler in die “Manege”

Der Gänsegeier im Flug ...

Der Gänsegeier im Flug

... und beim Falkner auf dem Arm

… und beim Falkner auf dem Arm

Nach diese tollen Flugschau konnten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder noch das Burggelände und die Käfige der Vögel – die im übrigen wirklich groß sind – besichtigen. Vom hohen Turm aus konnten sie das ganze Neckar-Tal überblicken.
Doch dann waren sie auch durchgefroren und fuhren noch vor der zweiten Flugschau am Nachmittag wieder der Heimat zu. Doch ganz sicher wird der eine oder andere wiederkommen.

Der Pfadfinderbund Süd zu Gast bei den Flusspfadfindern in Winterthur

Am vergangenen Wochenende besuchten einige Pfadfinder des Pfadfinderbundes Süd die Flusspfadfinder in Winterthur. So machte sich Samstag früh die kleine Gruppe von acht Pfadfindern auf den Weg in die Schweiz.
In Winterthur angekommen wurde unsere Gruppe sogleich sehr freundlich von den verantwortlichen Leitern begrüßt, und rasch war ein Gespräch im Gange. Nach diesem ersten Austausch fuhr unsere Gruppe mit den Schweizer Pfadfindern zum Lagerplatz, denn es gab noch ein paar Dinge vorzubereiten. Die Flusspfadfinder hatten viel Mühe in Planung und Vorbereitung gesteckt, sodass der restliche Aufbau schnell zu erledigen war und durch die fleißige Mithilfe unserer Pfadfinder und die gute Zusammenarbeit mit den Flusspfadfindern der Rest bald geschafft war.

Ein Schweizer Sarasani-Zelt im Hintergrund ein Deutsches Pfadfinder-Zelt (Kohte)

Ein Schweizer Sarasani-Zelt, im Hintergrund ein Deutsches Pfadfinder-Zelt (Kohte)

Als die jungen Schweizer Pfadfinder eintrafen, fanden sie alles bestens vorbereitet und es konnte bald mit dem Programm begonnen werden. Das Thema des Lagers war „Wikinger und Ritter“, wobei der erste Teil der Zeit für Wikinger und der zweite für Ritter geplant war. Die Flusspfadfinder hatten sich, vor dem Lager, eingehend mit der Wikinger- und der Ritterzeit befasst und ein umfangreiches Programm vorbereitet.

Unsere Pfadfinder durften die Flusspfadfinder begleiten und kamen so auch in Kontakt mit den jungen Schweizer Pfadfindern, die sehr interessiert daran waren, was “die Deutschen Pfadfinder so für Spiele spielen”. So wurden zusammen Schweizer und Deutsche Spiele gespielt, abends am Lagerfeuer wurde gemeinsam gesungen, und es fand ein reger Austausch untereinander statt.

Mit unserer Schweizer Gastgeber-Gruppe

Leider mußten unsere Pfadfinder bereits am Sonntag Abend die Schweizer Pfadfinderbrüder wieder verlassen: Schuld daran sind die unterschiedlichen Ferienzeiten. Während bei uns die Schule am Montag wieder weiter ging, haben die Schweizer Pfadfinder derzeit Herbstferien.

 

 

Pfadfinder auf den Spuren der Vogtsbauern im Schwarzwald

Am vergangenen Wochenende fuhren die Meuten und Sippen der Stämme Wapiti und Cherusker nach Gutach zum Vogtsbauernhof. Auf dem Museumsgelände stehen viele teilweise über 400 Jahre alte Bauernhöfe mit Originaleinrichtung und vielen alten Gerätschaften. Zwei funktionierende Sägewerke, eine Hammerschmiede und eine Mühle, die allesamt durch Wasserräder angetrieben waren, sind funktionstüchtig, und so nutzten die Pfadfinder die Gelegenheit, diese uralten Techniken einmal genauer zu betrachten. Die Konstruktion aus vielen Zahnrädern, Stangen und Walzen wurde genauestens beobachtet, und mit der Zeit erkannten die Mädchen und Jungen, wie das Mahlwerk funktionierte.

„Da hinten brennt es“, rief einer der jüngeren Pfadfinder. Ein Stück weiter sahen sie dicken Rauch aufsteigen und machten sich schon Sorgen um die vielen Holzhäuser und Strohdächer, aber der Rauch entstieg nur dem großen Steinofen, der gerade angeheizt wurde, damit später das Brot gebacken werden konnte: 40 Laib auf einmal – das war früher eine ganze Monatsration.

Darüberhinaus bekamen die Pfadfinder besondere Attraktionen geboten: In mehrere Gruppen eingeteilt durften sie unter Anleitung des Museumspersonals selbst Käse herstellen, ein mittelalterliches Mittagessen kochen oder auf kleinen Webrahmen ein schönes Armband weben. Dabei wurden viele der alten Gegenstände eingesetzt, z.B. der alte Herd, der noch mit Holz befeuert werden mußte oder alte Butterschleudern, in denen die Sahne zur Butter geschlagen wurde.

Doch nicht nur die Mädchen und Jungen waren begeistert, auch das Personal des Museums war sehr angetan von dem guten Benehmen, der Hilfsbereitschaft und dem großen Interesse der Pfadfinder. „Daß sich die Kinder so schön gegenseitig helfen und so höflich sind, sehen wir selten“, sagte eine der Museumsführerinnen.

So ging der Tag wie im Flug vorüber, und alle waren überwältigt von den vielen neuen Eindrücken – am liebsten würden sie bald wiederkommen.